der Begriff "Transsexualität" im Jahr 2020

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Carol Rose
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der Begriff "Transsexualität" im Jahr 2020

Beitrag von Carol Rose » 09 Nov 2020, 04:45

In einem Papier, das für mehr Rechte für Menschen mit varianter Geschlechtsentwicklung streiten möchte,
wurde ca. 40 mal der Begriff "transsexuell" verwendet, ich schrieb dazu folgendes:

In diesem Papier steckt sehr viel Arbeit. Sicher ist es ein Schritt nach vorne zu mehr Freiheit, sein Geschlecht unabhängig unseres angeborenen Genitals, das uns den weiblichen bzw. männlichen Geburtsregistereintrag und dementsprechende soziale "Behandlung" in der Gesellschaft beschert, leben zu können.
Im Papier wird ca. 40 mal der Begriff "transsexuell" verwendet.
Frage: Ist "Varianten der Geschlechtsentwicklung, geschlechtsvariant" nicht besser? Transsexuell ist für mich ein Begriff, der genau das in seiner Sinnhaftigkeit kolportiert, von dem wir uns lösen wollen (F64.0-Pathologisierung, "Transsexualität") Der Begriff wurde doch schon längst vom politischen Gegner für sich vereinnahmt. Wer zu mir sagt, ich wäre transsexuell, da höre ich Pathologie mitschwingen, nicht die Bestätigung meines Geschlechtswissens. Der Begriff "transsexuell" bezieht primär mein angeborenes Genital als geschlechtsbestimmend in seiner Sinnhaftigkeit ein, was das Genital aber definitiv gar nicht leisten kann und nicht ist (siehe Inter). Alle Transbegriffe tun dies in irgendeiner Form mehr oder weniger.
Deshalb fand ich die Formulierung "Varianten der Geschlechtsentwicklung" als einen Schritt nach vorn, da der Begriff auf Varianz zielt und nicht weiter nur einen einzigen Teil des Körpers (das Genital) zum geschlechtsbestimmenden alleinigen Parameter erhebt.
(ursprünglich aus patriarchal-sozialen Gründen, bis heute)

Ergänzung: die vom Begriff "transsexuell" angeblich festgelegte "angeborene" Geschlechtereigenschaft findet sich dann auch in Begriffen wie MtF oder FtM wieder, die auch im Papier vorkommen. Diese Begriffe zu verwenden, um sich keiner neuen Sprache bedienen zu müssen, ist zwar bequem, aber spielt den Ball ins eigene Tor. Wir brauchen auch eine neue Sprache, wenn wir Paradigmenwechsel in Bezug auf Geschlecht erreichen wollen.



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