"normal" wird nicht wertfrei verwendet

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"normal" wird nicht wertfrei verwendet

Beitrag von Freeyourgender » 25 Okt 2014, 11:57

"normal" wird nicht wertfrei verwendet

Natürlich wird der Begriff "normal" sehr gerne verwendet,
er ist genial, denn er hat ein Deckmäntelchen:

Es wird so getan, als ob mit normal nur gemeint wäre,
dass hier die Mehrheit eine bestimmte Haltung gegenüber einer Minderheit hätte,
und diese Haltung dann der "normale" Fall wäre.

Somit ist der Begriff gefährlich, da er nicht direkt angreifbar ist.

Gemeint ist aber damit direkt:

Was nicht normal ist, ist unnormal, und hier nicht wertfrei,
sondern im Sinne von unnatürlich und nicht selbstverständlich.

Somit wird mit dem Attribut "normal" direkt diskriminiert,
ohne die Diskriminierung direkt als solche outen zu müssen.


Ein Outing dieser Anwendung des Wortes normal geschieht aber dennoch in bestimmten Fällen:

z.b. wurde in homophoben Artikeln im Zuge der Verhinderung des Bildungsplanes in Baden Württemberg,
der 2014 in Schulen über Sexualität außerhalb der Heteronormativität aufklären soll,
das Wort direkt verschärft eingesetzt und zu "Entnormalisiert" stylisiert.

Hier kam also die Anwendung des Wortes "normal" aus seiner Deckung,
denn wenn eine "Normalisierung" in Gefahr gerät, "Entnormalisiert" zu werden,
kann alles was nicht "normal" ist, nur negativ sein.
Nicht normal ist in diesem Fall: Alles was nicht heteronormativ ist.

Damit ist der Begriff "normal", in allen Facetten eindeutig transphob, homophob.


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