11. Juni 2015 - Thema bei #AnneWill #ehefueralle

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11. Juni 2015 - Thema bei #AnneWill #ehefueralle

Beitrag von Freeyourgender » 10 Jun 2015, 13:18

Seit des irischen Votums für die #ehefueralle und der nachfolgenden
negativen Entscheidung des CDU-Präsidiums am 1. Juni 2015 gegen die #ehefueralle bleibt das Thema
weiterhin eines der aktuellen Top-Themen in Deutschland.

Dieser Artikel wird die vorgetragenen Argumente dokumentieren.

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4 Gäste sind geladen, alphabtisch sortiert:

1. Fahimi, Yasmin
Generalsekretärin der SPD
Wiki:
http://de.wikipedia.org/wiki/Yasmin_Fahimi

2. Goppel, Thomas
bayerischer Staatsminister A.D., CSU
Wiki:
http://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Goppel
Hinweis: Sohn des langjährigen bayerischen Ministerpräsidenten Alfons Goppel
Wiki:
http://de.wikipedia.org/wiki/Alfons_Goppel


3. Petry, Frauke
Bundesvorstand der AFD
Wiki:
http://de.wikipedia.org/wiki/Frauke_Petry

4. Reicherts, Norbert
katholischer Priester, homosexuell, hat nach Schwierigkeiten mit der kath. Kirche seinen Dienst dort aufgegeben,
und arbeitet jetzt losgelöst von der Kirche autark weiter:
http://www.lichtblickederseele.de
Infos:
http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/ ... 46854.html




Frauke Petry twitterte am Mittwoch zur Mittagszeit:






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Berichte der Medien

Beitrag von Freeyourgender » 12 Jun 2015, 00:21

Queer.de
Anne Will: "Kollektiver Tauchgang der Unionsführung"
http://www.queer.de/detail.php?article_id=23981

faz
Angst vor Inzest und Polygamie
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/m ... 40969.html

Blogartikel - Warum ich als Homosexueller gleichgestellt werden möchte
http://mitvergnuegen.com/2015/ehe-fuer- ... en-moechte

m-maenner.de
CDU AUF KOLLEKTIVEM TAUCHGANG?
Tumult bei Anne Will
http://m-maenner.de/2015/06/cdu-auf-kol ... tauchgang/

Berliner-Zeitung
Frauke Petry lacht gegen die Homo-Ehe an
http://www.berliner-zeitung.de/medien/a ... 23052.html
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Twitter-Feedback #AnneWill #ehefueralle

Beitrag von Freeyourgender » 12 Jun 2015, 14:03


(Anm FYG: klingt gönnerhaft)







































































































































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11. Juni 2015 - #AnneWill #ehefueralle - Argumente

Beitrag von Freeyourgender » 14 Jun 2015, 22:12

Fahimi, Yasmin, pro #ehefueralle
Generalsekretärin der SPD

Min 5:14
Wir "SPD" verhalten uns nicht "aktiv diskriminierend"
(Anm. FYG: dann passiv diskriminierend ? )

Fahimi führt aus, dass die SPD durch den Koalitionsvertrag gehindert wird,
die Aufgabenstellung, die sie durch die Bundesratsinitiative, die ja durch die SPD mit initiiert wurde,
an den Bundesrat stellt, gegenüber der Bundesregierung, also sozusagen an sich selbst gerichtet,
eben nicht erfüllen kann, da die Union hier dem Vorhaben im Weg stünde
(Anm. FYG: der Koalitionsvertag verhindert aber nicht die #ehefueralle, sondern bedingt sie
FYG berichtete:
http://www.freeyourgender.de/forum/view ... 849b#p1511

Leider spricht Fahimi von einer Gleichstellung zwischen ELP und Ehe, nicht von einer Öffnung der Ehe,
wie es die SPD vor der Bundestagswahl zugesagt hatte,
an dieser Stelle hätte es Sinn gemacht, klarzustlelen, wofür die SPD im Prinzip steht, doch für eine Öffnung und nicht für eine Fortführung
des Flickwerks der 152 Rechteanpassungen ?

Fahimi spricht hier von dem Problem, dass die Union den Schritt gehen müsse,
sie unterschlägt aber die Möglichkeit der SPD, den Koalitionsvertrag so zu interpretieren, wie auf Seite 74 des Vertrages dargelegt,
dass jegliche Diskriminierung zu beseitigen ist, somit müßte dieser nicht einmal gebrochen werden,
sondern die Union müßte gefragt werden, warum sie diesen nicht einhalten will


Petry, Frauke, AFD, contra #ehefueralle

Min 8:10
Petry distanziert sich von der Suggestiv-Frage Will`s, die unterstellt, daß Homosexuelle diskriminiert und benachteiligt werden
(Anm. FYG: Will stellt diese Frage sehr provokant, was aber an dieser Stelle angebracht erscheint)
Petry differenziert: Diskriminierung, der Begriff ist nicht angebracht, sondern es handele sich um Unterschiede.
Petry führt aus, dass der Begriff Ehe für Sie mit dem Inhalt "Vater, Mutter und Kinder" gefüllt ist.
Weiterhin führt sie aus, dass "Kindeswohl" zu berücksichtigen sei.
(Anm. FYG: Auch Kristina Schröder, CDU, argumentierte mit "Kindeswohl" - FYG berichtete:
http://www.freeyourgender.de/forum/view ... 849b#p1481
Das Reproduktionsargument Kinder ist als Abgrenzung völlig untauglich,
da dann konsequenterweise für sterilisierte Männer, Frauen nach dem Klimakterium oder Hysterektomie, also in Fällen,
wo Kinder ausgeschlossen sind, die Ehe für diese Gruppen auch nicht geöffnet werden dürfte.
Petry führt den Aspekt Kindeswohl sehr stark aus, und zwar in Bezug, dass das Kind eine Mutter und Vater haben soll,
verletzt damit aber Familien, die nur aus einem Elternteil bestehen, Witwen, Witwer, oder durch Scheidung Alleinerziehende,
wie auch immer, wir haben 1,6 Mio Alleinerziehende, diesen spricht Petry das Vermögen ab, ihre Kinder gleichermassen erziehen zu können,
wie das ein Elternpaar aus Mann und Frau könnte.
Wie in den Gegenargumenten hier
http://www.freeyourgender.de/forum/view ... 849b#p1481
aufgeführt, haben Kinder auch, und sogar oft noch stärkere Vorbilder außerhalb der Familie, z.B. durch Gleichaltrige,
die sie viel stärker prägen, als die Eltern, auch sind Kinder nicht isoliert, es gibt Bekannte, Nachbarn, Onkel, Tante, Lehrer,
die alle mitprägend wirken.
Vielmehr ist es wichtiger, dass das Umfeld nicht homophob agiert, was ein Argument des Bildungsplanes ist, den Sexualkundeunterricht
auch dahingehend zu erweitern, dass Homosexualität nicht länger tabuisiert und damit stigmatisiert wird.

Min 9:25
Petry macht nun einen unstrittigen Fehler, dass sie anfängt, die Anzahl der Betroffenen in die Diskussion einzubringen. > Fauxpas,
sie leitet davon ab, dass dies kein "relevantes Problem in unserer Gesellschaft" ist.
Damit verletzt sie den Gleichheitsgrundsatz GG Art. 3, wie auch generelle Menschenrechtsgrundrechte, Humanismus und Demokratie,
denn gerade Demokratie muß für Minderheiten einen Schutz gewähren und kann nicht Diskriminierung über Mehrheiten legitimieren.
Wenn wir auf der Ebene der Menschenrechte bleiben, war selbst die Volksabstimmung in Irland bereits fragwürdig,
denn über Menschenrechte abzustimmen ist obsolet.
>>> Will weist hier direkt auf GG Art. 3 hin, kleinere Gruppen dürfen nicht benachteiligt werden

Petry winkt hier ab, und meint, "die Rechte sind ja weitgehend hergestellt"

(Anm. FYG: An dieser Stelle sieht man deutlich, dass die Argumentation von Petry inkonsistent ist,
sie ist gegen die #ehefueralle, will aber auch nicht widersprechen, dass sie damit das GG Art. 3 verletzt,
was denn nun: Ja oder Nein ? Es gibt nicht nur ein bisschen Diskriminierung - sondern es gibt nur 2 Zustände:
Ja oder Nein - und hier liegt Diskriminierung vor)

MIn 10:10
Petry sagt, die Ehe wäre für sie nicht nur eine Art Versorgungsgemeinschaft, sondern mehr.
Denn wenn das so wäre, leitet sie ab, könnte man darüber nachdenken, sie für alle anderen möglichen Formen des Zusammenlebens zu öffnen.
(Anm. FYG: Die Ehe wird bereits von sehr vielen heterosexuellen Paaren als solches benutzt, ohne jegliche Absicht auf Familiengründung
mit Kindern, siehe Geburtenrate Deutschland, auch unterstellt Petry hier, dass homosexuelle Paare nicht die Absicht hätten, auch Kinder
zu haben, durch Samenspende, Leihmutter oder Adoption, hier malt sie ein schwarz/weiß Bild, dass so nicht zutrifft)

Will fängt diese Schwachstelle in der Argumentation Petry`s bei Min 12:55 nochmal auf,
https://www.youtube.com/watch?v=g-99r_LNV6I#t=760 (Link mit Sprungmarke an diese Stelle)
mit dem Beispiel, wie das denn dann wäre, wenn ein Paar im Seniorenheim heiraten würden,
dann würden aber keine Kinder.... Petry dann: Es ist ja nicht gesagt, dass eine Ehe Kinder hervorbringen muß.
Dieser Widerspruch war offensichtlich und Will hat ihn hier nochmal geoutet. Dafür gab es bei den Zuschauern stürmenden Beifall
Petry kann sich hier nur noch mit Lächeln, dass in ein Lachen übergeht, aus dem Sympathieverlust retten.
an dieser verfahrenen Stelle für die AfD ergreift Goppel das Wort - siehe Abschnitt Goppel.

MIn 16:20
Petry hält Reichert vor (zum Zeitpunkt als er gerade die Verfolgung durch den Paragraphen 175 ausführte)
ob er Gleichstellung durch das Gesetz mit Gleichheit verwechseln würde.
(Anm. FYG: Hier ist es schwer zu sagen, aber FYG vermutet hier fast eine trollhafte, provokative Intervention,
um das Gespräch komplett zu zerlegen, sie muss wissen, dass Unterschiede durch Gesetze gleich behandelt werden müssen,
da alle Menschen zwar unterschiedlich in irgendeiner Form sein können, aber gleich zu behandeln sind,
dass muss sie wissen, FYG hält daher diese Intervention für trollhaft, ähnlich wie es in Internetforen gemacht wird,
wo selbstverständliches plötzlich in Frage gestellt wird, um vom eigentlichen Fokus der Diskussion abzulenken)
Sie redet hier pausenlos weiter und fügt noch dazu, dass Homosexuelle keinen Mangel erleiden würden,
was wiederum eine trollhafte Bemerkung ist, da das Thema der Sendung Beseitigung der Diskriminierung ist,
nachdem sie bisher sehr schwach argumentiert hat, ist dieser Vorstoss nun mehr als fragwürdig,
was sie absolut in Gänze unglaubwürdig erscheinen läßt.)

FYG bricht die Analyse an dieser Stelle ab,
es wird sich auch später noch zeigen, dass Goppel sich sehr tief in Unlogik verstrickt,
was FYG mit dieser Analyse zeigen wollte wurde dargelegt, mehr ist zu dieser Sendung nicht zu sagen.
Will meistert die schwierige Situation bravorös - das Thema ist hochexplosiv, die Medien können froh sein,
eine Moderatorin mit diesen Fähigkeiten zur Verfügung zu haben.


Goppel, Thomas, bayerischer Staatsminister A.D., contra #ehefueralle

Min 1:56
bricht Homosexualität auf "Vorliebe" herunter
(Anm. FYG: Homosexualität ist keine Option, sondern angeboren)

Goppel stellt 2 Punkte zur Disposition:
die Ehe ist ein "eigenes schützenswertes Institut" und das Adoptionsrecht
(Anm. FYG: Fahimi widerspricht hier, für Sie ist nur noch das Adoptionsrecht diskussionwürdig,
Ehe wäre auch für Sie durch gleichgeschlechtliche Partner möglich, ohne den Begriff Ehe neu zu definieren)

Min 13:30
Goppel versucht die Abgrenzung Ehe vs ELP auch über die Argumentation des Faktors "Möglichkeit von Kindern" zu führen,
indem er einen imaginären Zeitpunkt implantiert, an dem gesagt werden könnte, ich möchte jetzt keine kinder mehr,
aber es war evt. vor einem Zeitraum x nicht so.
(Anm. FYG: Dies ist ein völlig haltlose Argumentation, da sie im Prinzip Willkür legitimiert, zum Nachteil der #ehefueralle)

Min 14:!5
Goppel greift nun das Thema Inzest (diese Debatte hatte die saarländische Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer in die Breite
Öffentlichkeit getragen) direkt auf, da er von einer homosexuellen Partnerschaft, die er ja als keine Ehe in seinem Verständnis sieht,
auch genauso eine Verbindung mit Sohn und Vater sein könnte (Will fängt hier laut an zu räuspern)
(Anm. FYG: Hier gerät die Diskussion in einen Bereich abzugleiten, der alle Homosexuellen zutiefst beleidigt,
Goppel hätte es genauso verdient gehabt aus dem Studio verwiesen zu werden, warum müssen Homosexuelle diese Schmach erdulden,
und dass vor Mio Zuschauern?)
Reichert: "Das kann ich so nicht stehenlassen", und bleibt hier noch freundlich.
Das Publikum fängt laut an zu gröhlen an dieser Stelle, da Goppel weiterhin auf seinem Vergleich beharrt.
Reichert verweist auf die Gleichheit laut GG Art. 3, Goppel schüttelt dabei den Kopf.
Hier scheint es tatsächlich völlig abweichende Bilder im Kopf Goppels zu geben, was Gleicheit in Bezug auf Menschenrechte bedeutet.
Reichert führt auch religiöse Aspekte an, er differenziert das christliche Weltbild, und das kirchliche Weltbild Goppels.
Reichert spricht die Tradition der Ehebildes an, Frau, Mann, Kinder, und der Gegensatz in der "Tradition" der Verfolgung der
Homosexuellen, auch die Nazidiktatur, auch das Weiterführen der Verfolgung durch die neue BRD, die sich nach dem 2. WK bildete,
in Form des Paragraphen 175, der erst 1994 endgültig aus dem StGB verschwand.



Reicherts, Norbert, pro #ehefueralle

Min 10:30
Reichert führt aus, dass er unter dem Begriff Ehe dass versteht, was er mit seinem Mann lebt.
Er führt auch aus, dass andere, dass was er lebt, als Ehe sehen, und nicht als Lebenspartnerschaft.
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