2 Fronten-Krieg...

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JasminRheinhessen
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2 Fronten-Krieg...

Beitrag von JasminRheinhessen » 13 Feb 2015, 13:06

Nicht alle, aber ein Teil falsch zugewiesener Frauen, für die die gaOP zwingend zu ihrer Harmonisierung gehört,
führen einen 2 Fronten-Krieg.

Die Ursache dieses Kampfes liegt in der Tatsache begründet, dass ihre Identität eine Form der Angleichung verlangt,
die mit einer richtig zugewiesenen Frau, so weit wie es nur geht, identisch sein soll.

Natürlich ist das medizinisch nicht möglich, es bleiben Unterschiede bestehen, die nicht Inhalt dieses Artikels sein sollen.

Wichtig daraus zu erkennen ist aber, das Dilemma in der diese Menschen stecken, sie leiden extrem.

Wichtig ist auch zu erkennen, dass ihre Identität nicht gelebt werden kann, wenn ihr Körper nicht "passt".

Wenn ihr Körper nicht passt, sind sie im Prinzip schon tot, bevor sie sterben.

Das bedeutet, dass ihr Körper ihr Feind ist.

Für sie ist das in keinster Weise paradox, denn ihr Körper verhindert, dass sie leben können.

Deshalb wird kein Risiko gescheut, die Hormone und Operationen immer bereithalten.

Dass ihr Körper, wenn man ihn für sich ohne Gehirn betrachtet,
vor der Angleichung in Harmonie und gesund war, spielt keine Rolle,
die Gesundheit wird aufs Spiel gesetzt.

Der Kampf gegen den eigenen Körper ist eine Aggression, gegen die für sie falsche Hülle, in der sie sich befinden,
die falsch empfundenen morphologischen Ausprägungen des Körpers werden mit allen Mitteln bekämpft.

Je mehr sie schon bereits tot sind, was ihre restlichen Bewältigungsmöglichkeiten betrifft,
ihre Identität zu leben,
je gleichgültiger wird die Höhe des Spieleinsatzes in diesem Pokerspiel,
dass als Ergebnis einen gesunden angeglichenen Körper, haben soll.
Und dann wiederum als Ergebnis, soll dieser Körper dann die innere Harmonie liefern.

Es wir hier sehr hoch gepokert, und im Falle eines Verlierens,
gibt es keine grosse Trauer, denn das Spiel war bereits verloren.
Die Identität ist ja bereits schon jetzt nicht lebensfähig, was gleichbedeutend mit tot ist.
Der Schmerz kann nicht größer werden.

Man kann diese dramatische Situation mit folgender Vergleichen:
Werner Herzog, der Regisseur von Fitzcarraldo, erzählte in einem Interview,
dass vorwiegend über Klaus Kinski handelte, folgende Anekdote,
um zu schildern, wie Menschen in Extremsituationen reagieren:

Die Dreharbeiten im peruanischen Urwald erforderten viele Helfer,
eine wichtige Aufgabe waren Baumfällarbeiten am Drehort.
Ein Arbeiter hatte die Kreissäge in den Händen, als er von einer Schlange gebissen wurde.
Als Einheimischer wusste er sofort, was es für eine Schlange war, und das ihr Biß tödlich ist, und ihm nur noch wenige Sekunden bleiben, bis der Arzt mit Serum bei ihm gewesen wäre, hätte er schon Lähmungen erlitten und hätte keine Chance mehr.
Werner Herzog erzählte, dass dieser Mann in Sekundenbruchteilen die Kreissäge ansetzte und sein Bein absägte - er überlebte.

Genau diesen Denkvorgang hat eine falsch zugewiesene Frau, die sich sowieso sterben sieht, wenn sie nichts unternimmt, für sie ist kein Risiko zu hoch, um ihr Ziel zu erreichen.
Sie kann nur so überleben, nur durch die Realisierung ihrer Angleichung, für ihre weibliche
Identität, die diese Form der Angleichung bedingungslos verlangt.

Wenn sie dabei verliert, ist das egal - denn sie hat nichts mehr zu verlieren.

Hormontherapien ohne ärztliche Aufsicht sind keine Seltenheit und das Risiko wird in Kauf genommen, oder schwere Komplikationen bei einer gaOP.
Angelique Nagel, Moosburg, erzählte in einer BR-Reportage, dass es damals für sie Ende
der 60iger Jahre kein zurück gab.
Es gab nur einen Arzt weltweit. Das Geld, 10.000 DM, zur damaligen Zeit ein Vermögen,
musste vorab überwiesen werden. Ihr wurde gesagt, dass wenn die Operation schiefgeht,
sie im Meer entsorgt werden müßte, da die Operation illegal ist. Ihre Leiche könnte nicht zurücküberführt werden.
Wenn ein Mensch diesen Schritt unternimmt, ist dass das Pendant zum Schlangenbiß.

Der Kampf dauert über Jahre, wenige schaffen es.
Viele bleiben in Disharmonie, ihr Leben lang.
Vereinsamen, werden Alkoholiker_innen. Viele wählen den Freitod.

Viele kämpfen aber auch erst gar nicht, da sie vorher schon realisieren, dass es aussichtslos ist.
Sie brauchen die Kreissäge nicht mehr ansetzen.
Der Suizid ist nur eine Art Verwaltungsakt für sie, die Beseitigung des leblosen, gequälten Individuums ohne passende Hülle für die darin schreiende Identität,
schreiend, aber niemand kann diese Schreie hören oder verstehen.

Dieser Schritt kann vor einer Angleichung bereits die Erlösung bringen, wenn man selbst realisiert,
keine Chance zu haben, jemals wie eine Frau zu wirken, oder dies von sich selbst meint.

Oder die Suizid-Option wird nach dem Roulette-Spiel gezogen,
wenn die Kugel nicht auf die gesetzte Zahl gefallen ist.

Die Angleichung für die eigene Erwartung mißlungen ist.

Der Suizid ist die größte Aggression gegen sich selbst,
dass ist dann nicht mehr die Kreissäge, die die Rettung verspricht,
sondern der Sprung von der Brücke.

Die, die es schaffen, haben dann im Vergleich schon gewonnen,
wenn sie sich etwas besser fühlen.
Sie werden aber immer auf die CIS-Frau(SIC!) schauen, die sie nie sein können.

Der Krieg gegen sich selbst wird also immer schwelen, gegen ihren für sie unvollkommenen Körper,
die Aggression, immer im kleinen stattfinden.
Der kleine Hass der Unvollkommentheit gegen sich selbst.
Oft kompensiert durch Alkohol oder andere Drogen.


Wo ist die 2. Front ?

Die 2. Front sind alle Menschen, die ihr ihre Identität absprechen.

Diese Menschen versetzen sie in den Gefühlszustand vor Beginn der Angleichung.
Sie fühlen den Schmerz, nicht entsprechen zu können.

Deshalb ist es für diese Gruppe nicht möglich, andere weibliche Identitäts-Frauen zu akzeptieren,
die mit ihrem Penis in Harmonie sind, diesen als grosse Clit empfinden.
Wenn sie diese Gruppe akzeptieren müssten, würden sie den gleichen Schmerz wieder spüren,
weil ihre Angleichung für sie gedanklich neutralisiert werden müsste,
diese Angleichung, die sie in die Harmoniezone gebracht hat.

Sie können diese Pille,
ihre Wunderpille der gaOP-Angleichung zu ihrem Glück nicht unwirksam werden lassen,
was sie aber tun müssten, wenn sie eine Clitorisfrau als gleichwertige Frau,
wie sie es sind, akzeptieren sollen.

Sie verlieren in diesem Moment ihre Lebensfähigkeit, sie sind dann wieder genauso leblos,
wie vor der Angleichung.

Daher ist es für dieses Identitäts-Frau, die nach maximaler körperlicher Angleichung streben muss,
und darauf zwingend für ihre Eigenakzeptanz angewiesen ist, unmöglich,
Identitäts-Frauen zu akzeptieren, die ihren Penis als grossen Kitzler empfinden.
Diese können für sie kein Frauenbild abgeben, und damit zerstören sie ihr eigenes Identitätsbild.

Hier spielt der Penis eine zentrale Rolle, aber dies können auch ganz lapidare Dinge sein,
wie bestimmtes Verhalten, bestimmte Kleidung, die sie für sich selbst ablehnen.

Deshalb macht es wenig Sinn,
diese Gruppe falsch zugewiesener Frauen um Akzeptanz für Clitorisfrauen zu bitten -
sie können sie nicht geben.





Indizes:
Nichtakzeptanz - FYG0025
geschlechtsangleichende Operation gaOP - FYG0009

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"A Fair Reflection"
John William Godward
1915


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